22 Sep 2020
September 22, 2020

Kapitel 32 – Wo ein Wille ist

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Wo ein Wille ist

Zu Hause angekommen hatte ich Schwierigkeiten überhaupt die Treppe hochzukommen.
Ich wohnte damals im 4. Stock und kämpfte mit der Treppe und dem Schmerz.
Es war Mittwoch.
Natürlich hatte ich abends meine Kurse zu geben.

Mittwochs unterrichtete ich 75 Minuten Jazz Dance und eine Stunde Fitness Dance.
Die Kurse abzusagen kam mir nicht in den Sinn.
Allerdings fragte ich mich schon, wie ich unterrichten sollte.
Mein Oberschenkel hatte ein tief dunkelblaues Hämatom.
Ich kühlte es etwas zu Hause und machte mich anschließend auf dem Weg zu meinen Kursen.

Ich habe keine Ahnung wie ich es schaffte.
Ich erklärte viel mehr als sonst.
Es war viel anstrengender, da ich nicht konnte wie ich wollte.
Aber irgendwie gingen die beiden Stunden rum.

Am nächsten Morgen ging ich zum Arzt.
Wie vermutet ein Muskelfaserabriss.
Ich bekam Krücken und der Arzt sagte mir, ich soll schonen und viel kühlen.

Gut – schonen war für mich unmöglich.
Ich hatte damals noch niemanden der mich vertreten konnte und so war auch für mich klar, dass ich alle Kurse geben würde.
Die nächsten 2 Wochen waren sehr anstrengend.
Ich unterrichtete mehr mit Händen als mit Füßen.
Wenn ich nicht unterrichtete, legte ich mein Bein hoch und kühlte es.

Mein Weg in die Selbständigkeit

 

So hatte ich mir die ersten Monate nicht vorgestellt.
Aber es war nicht zu ändern.
Ich hatte mir das ausgesucht und jetzt musste ich da durch.

Mit dem Muskelfaserabriss hatte ich noch über ein Jahr zu kämpfen.
Aber auch diese Erfahrung bestärkte mich in meinem Glauben, dass alles möglich ist, wenn man nur will.
Für mich stand es außer Frage, die Kurse zu geben.
Ich wusste selbst nicht wie es gehen sollte, aber es ging irgendwie.

Es ist alles eine Frage der eigenen Einstellung und der Satz: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ gehört mittlerweile zu meinen festen Glaubenssätzen.
Entweder Du willst oder Du hast Ausreden.
Aber Ausreden hast Du nur, weil Du aus irgendeinem Grund nicht willst.
Die Einstellung erscheint vielleicht einigen etwas hart, aber ich habe es oft erlebt und danach gelebt.
Auch mir ist es oft nicht leichtgefallen, wie zum Beispiel in dieser Situation.
Aber es gab in meinem Kopf gar keine Alternative.
Also macht man weiter!