14 Okt 2020
Oktober 14, 2020

Kapitel 35 – Abhängigkeiten

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Abhängigkeiten

Ich genoss das Gefühl des Verliebtseins und fühlte mich angekommen.
Das Jahr 2014 neigte sich dem Ende und als wir Silvester zusammen feierten, hatte ich nicht nur ein Jahr ohne das Beamtentum geschafft, sondern befand mich auch in einer glücklichen Beziehung.
Was für ein Wandel!

Mein Weg in die Selbständigkeit

Ich hinterfragte meine Entscheidung und stellte fest, dass es bisher nicht einen Tag gegeben hatte, an dem ich bereut hatte.
Je länger ich in meiner neuen Freiheit war, desto besser fühlte es sich an und desto mehr begannen meine Zweifel und Ängste zu schwinden.

Aber ich war noch immer begrenzt in meinen Möglichkeiten und abhängig von anderen Menschen.
Abhängigkeit gefiel mir nicht.

Wir alle sind in irgendeiner Form abhängig.
Abhängig von unserem Chef oder von bestimmten Situationen.
Bei der Polizei konnte ich nicht das tun, was ich wollte.
Ich war abhängig von meinen Kollegen und dem Beamtentum, inwieweit sie mich meine Dinge tun ließen.
Das war über die Jahre schwieriger geworden und ich hatte natürlich mehr Vorstellungen davon was ich tun und wie ich leben wollte.
Deshalb hatte ich mich daraus befreit.

Nun war ich abhängig von anderen Studioinhabern und inwieweit sie mir freie Zeiten anbieten konnte.
Wieder eine Abhängigkeit, die mich blockierte.

Detlev unterstütze mich in meinem Gedanken an ein eigenes Studio und wir begannen danach Ausschau zu halten.
Wir schauten uns die wenigen Möglichkeiten, die es gab, an.
Nichts fühlte sich richtig gut an oder passte von den Gegebenheiten.

Ich bin ein absoluter Gefühlsmensch und habe über die Jahre gelernt auf mein Bauchgefühl zu hören.
Es sagt mir immer was richtig ist und was nicht!

Es war an einem Sonntag, an dem wir durch die Goseburg fuhren und einfach schauten, ob uns irgendetwas ins Auge fällt, was zu vermieten ist.
Das Gewerbegebiet in Lüneburg hatte mich schon immer angesprochen.

Irgendwann standen wir vor meinem jetzigen Studio.
Uns gefielen die großen alten Fenster und das alte Gebäude.
Es hing ein Schild mit dem Hinweis “zu vermieten”.
Ich schaute durch die Fenster und alles sah nach Lagerhalle aus.
Ich glaubte nicht, dass es hier eine Möglichkeit für mich geben würde.
Aber ich speicherte die Telefonnummer.