27 Mai 2020
Mai 27, 2020

Kapitel 15 – verloren

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Verloren

Ich fühlte mich verloren.
Ich wollte tanzen, aber fand nicht mehr das, was ich bei meinem Trainer gefunden hatte.
Jetzt wurde mir erst klar, was für ein Talent er hatte.
Tanz so zu unterrichten, dass man viel mitnimmt und trotzdem der Fokus auf dem Spaß liegt.

Vom Streifenwagen ins Tanzstudio

So ergab es sich, dass ich ihm einmal monatlich einen Workshop in Lüneburg organisierte.
Ich konzentrierte mich darauf, diese Workshops zu organisieren, denn ich wollte tanzen und vermisste es so sehr.
Die Workshops liefen super und waren voll!
In meinem eigenen Kurs vergaß ich die Werbung.
Der Kurs lief so weiter wie gehabt.
Wenn ich selbst unterrichtete, blieb das Gefühl, was ich so vermisste, meist auch aus.

 

2 – 3mal pro Woche fuhr ich ca. 2 Jahre lang nach Hamburg.
Ich fiel dort auf und tanzte aus der Reihe.
Es waren Profiklassen.
Ich stand im Ballettunterricht zwischen den Mädels in Strumpfhose und Body in buntem Outfit mit Jogginghose und Shirt und hatte Schwierigkeiten überhaupt mitzuhalten.
So war ich ständig im Zwiespalt mit mir zwischen Frust und dem was ich tun wollte.
Ich wusste keine Alternativen und wollte besser werden, also besuchte ich trotzdem weiter die Kurse.

In meiner Verzweiflung darüber, dass ich mehr tanzen wollte, die Freude daran aber ausblieb, nahm ich Kontakt zu Claudia auf.
Ich hatte Claudia in London getroffen.
Sie hatte eine eigene Tanzschule in Bielefeld und seitdem hatten wir regelmäßig Kontakt.
Ich schilderte ihr meine Situation und äußerte den Wunsch mehr zu tanzen.
Ich wusste auch, dass sie Ausbildungen anbot und fragte gezielt nach, ob es da etwas für mich gäbe, woran ich teilnehmen könnte und was sich mit meiner Arbeit vereinbaren ließ.

Im Sommer 2007 nahm ich dann tatsächlich an einer Tanzintensivausbildung über 6 Wochen bei ihr teil.
Ich nahm dafür meinen gesamten Urlaub, zusätzlich 2 Wochen unbezahlt und freute mich tierisch darauf.
Claudia gab mir einen Kontakt, wo ich in der Zeit wohnen konnte.
Ich brauchte das ganz dringend für mich!
Ich wollte an mir arbeiten und mehr von dem tun, was ich so liebte.

Ich verfolgte kein Ziel, sondern ich wollte, das einfach für mich tun.