28 Apr 2020
April 28, 2020

Kapitel 11 – 4plusOne

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4plusOneTanzen Lüneburg

Wenn man perfektionistisch veranlagt ist, ist man nie zufrieden.
Das ist Fluch und Segen zugleich.
Man hört nie auf, man möchte immer besser werden und arbeitet weiter an sich selbst.
Aber man ist auch nie zufrieden.
Man sieht nie das was wirklich gut ist, sondern man sieht das was nicht gut ist.

Dadurch dass ich so spät mit dem Tanzen begonnen hatte, gab es Dinge, die ich nicht aufholen konnte.
Meine Haltung gefällt mir nach wie vor nicht und ich wäre auch gerne flexibler.
Es war für mich immer schwer zu akzeptieren, dass ich dafür einfach hätte früher beginnen müssen.
Das sorgte bei mir oft für Frust und große Selbstzweifel.
Obwohl ich meinen eigenen Kurs hatte, zweifelte ich immer noch daran, ob ich überhaupt unterrichten möchte.
Außerdem stellte ich meine Choreografien in Frage und arbeitete sie oft immer wieder neu aus.
Aber ich machte weiter.

Die 4 Mädels, die in meinem Kurs waren, waren mit viel Spaß dabei und ich mochte sie sehr gerne.
Eine weitere Tanzgruppe entstand.
Wir nannten uns 4plusOne.
Ein cooler Name, der daraus entstand, weil wir in vielerlei Hinsicht 4 und eine weitere waren.
4 blonde Mädels und eine dunkle, 4 aus Winsen, eine aus Lüneburg, usw.
Bei einem Hip Hop Workshop, den wir zusammen besuchten, ergab es sich, dass der Trainer uns anbot bei einer Hip Hop Meisterschaft für seine Schule anzutreten.
Er hatte eine Tanzschule in Hildesheim.
Wir besuchten ihn, studierten eine Choreografie ein und ich trainierte die Gruppe für die Meisterschaft.
Schnell stellte ich für mich fest, dass es das nicht ist, was ich möchte.
Sobald das Wort Wettkampf fiel, hatte ich einen ganz anderen Ehrgeiz.
Aber mir fehlte dieser Ehrgeiz bei einigen anderen.
Wir zogen es trotzdem durch und es war ein Erlebnis, was ich nicht missen möchte.
Wir kamen in die 2. Runde und waren sehr stolz über unseren Platz 12.

Danach wusste ich trotzdem für mich, dass ich Tanz und Wettkampf nicht miteinander verbinden möchte.
Für mich ist Tanz Spaß und Lebensfreude und das sollte auch so bleiben.
Ich möchte diesen Druck bei so etwas Schönem wie Tanz nicht für mich erleben und auch nicht auf meine Teilnehmer ausüben müssen.
Vielleicht ist mein Anspruch an mich und andere dafür zu hoch.