12 Aug 2020
August 12, 2020

Kapitel 26 – Ängste

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Ängste

Von allen Seiten hörte ich Leute, die meine Entscheidung anzweifelten.
Nun musste ich noch mit meinen Eltern sprechen.
Ich hatte Angst davor, aber ich wünschte mir und brauchte ihre mentale Unterstützung.

Mein Weg in die Selbständigkeit

 

Meine Mutter hatte mir von klein auf beigebracht, dass man von künstlerischen Berufen nicht leben kann.
Das heißt das war ihre Ansicht und ich musste es schaffen, sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Es war ein sonniger warmer Tag und wir fuhren in einen Biergarten in Lüneburg, als ich ihnen mitteilte, was ich vorhabe.
Ich schilderte alle meine Pläne und danach war mir ein Stein vom Herzen gefallen.
Ich sah zwar ihre Sorge, aber ich spürte auch, dass sie meine Entscheidung akzeptierten und zu mir stehen.

Als ich später mit meiner Mutter telefonierte, erzählte sie mir, dass sie auf der Heimfahrt zu meinem Vater gesagt hätte, dass sie ein gutes Gefühl hat und ich das schaffen werde.
Das hat mir ein gutes Gefühl gegeben.
Natürlich hat man bei so einer Entscheidung selbst Zweifel.
Aber trotzdem stand mein Weg für mich fest.
Ob es der richtige war, würde ich erst danach wissen.

Menschen, die einem dann sagen, dass das eine Schnapsidee ist, taten mir in der Zeit nicht gut.
Ich hatte schon genug Ängste, genug schlaflose Nächte und ich tat nichts aus dem Bauch heraus.
Ich brauchte jetzt Leute, die mir Mut machten und an mich glaubten.

Ich begann meine Kurse aufzustocken.
Ich hatte kein eigenes Studio und war nach wie vor in mehreren Tanz- und Fitnessstudios untergemietet.
Ich begann zu planen, was ich wann und wo mehr machen konnte.
Ich begann mit der Werbung dafür und suchte mir einen Mininebenjob, bei dem ich nicht einmal den Mindestlohn erhielt.

Meine Tage bei der Polizei waren gezählt.
Ich kann das Gefühl bis dahin nicht beschreiben, es war alles so ungewiss.
Ich hatte jahrelang ein sicheres Einkommen und nun würde ich diese Sicherheit aufgeben.
Ich näherte mich meinem letzten Tag bei der Polizei.
Ich hatte noch einen Nachtdienst und einen Reisetag, an dem ich meine Waffe abgeben und meinen Schrank ausräumen musste.
Meine Gefühle liefen Achterbahn.
Man darf nicht vergessen: Ich war 16,5 Jahre bei der Polizei gewesen und ich habe meinen Beruf lange gerne gemacht.