Mein letzter Nachtdienst

Es war mein letzter offizieller Dienst und ich hatte die Schicht mit einem jungen motivierten Kollegen, mit dem ich mich sehr gut verstand. Unsere Schicht begann um 22 Uhr.
Wir lösten die Vorschicht gegen 21.45 Uhr ab.
Dann ist meist erstmal ankommen, E-Mails checken, informieren, was passiert ist in den Vorschichten, Kaffee trinken, alles natürlich nur, sofern nichts los ist.

Die Schicht begann entspannt.
Ich hatte vorher mit Kollegen gescherzt, dass ich in meinem letzten Dienst noch eine Festnahme haben möchte.
Wir waren auf der Dienststelle als wir einen Anruf bekamen, dass jemand in der Nähe eines Restaurants, was sich fast neben der Dienststelle befand, klirrende Fensterscheiben gehört hat.
Wir informierten unsere Einsatzleitstelle, begaben uns zum Streifenwagen und waren innerhalb kürzester Zeit am besagten Restaurant.

Mein Weg in die Selbständigkeit

Es schien dunkel und still.
Wir gingen um das Gebäude und bemerkten an einer Seite eine eingeschlagene Fensterscheibe.
Somit war es möglich, dass noch ein oder mehrere Täter im Gebäude waren.
Wir waren zu zweit, was die Situation schwierig machte, aber durchaus nicht unüblich war.
Wir umstellten das Gebäude so gut es ging und behielten die Fenster und Ausgänge im Auge.

Außerdem forderten wir Verstärkung an.
Die Verstärkung kam meist aus Schwarzenbek oder Geesthacht, was ungefähr eine Anfahrt von mindestens 15 – 20 Minuten bedeutete.
Es dauerte nicht lange, als wir eine kräftige, männliche Person aus dem Fenster krabbeln sahen.
Wir gaben uns als Polizei zu erkennen und forderten die Person auf stehen zu bleiben.
Es handelte sich um einen stark alkoholisierten Mann.
Nach unserer Ansprache wurde er von uns zu Boden gebracht und gefesselt.

Während wir beide noch dabei waren, ihn festzulegen, sahen wir eine weitere Person aus dem Gebäude kommen.
Wir sprachen auch diese an, mein Kollege löste sich von der am Boden liegenden Person, die ich weiter sicherte und schnappte sich die zweite Person.
Nachdem wir beide festgelegt hatten, erschien die Verstärkung.
Jetzt begann die eigentliche Arbeit.
Verbringen zur Dienststelle, Blutprobe und dann alles niederschreiben.
Ich hatte nicht nur eine, sondern noch 2 Festnahmen in meiner letzten Schicht.