26 Aug 2020
August 26, 2020

Kapitel 28 – Traum von Glück

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Traum von Glück

Der letzte Nachtdienst hatte mir nochmal gezeigt, wie gerne ich meine Arbeit eigentlich tat und wieviel Spaß ich früher damit hatte.
Ich war gerne bei der Polizei gewesen, aber die Umstände dort, nicht die Arbeit, haben mich über Jahre dahin gebracht, dass ich das nicht mehr wollte.
Dass ich mein Leben verändern wollte.

Und plötzlich war er da.
Der letzte Tag.
Noch ein letztes Mal früh aufstehen und nach Lauenburg fahren.
Ein letztes Mal mit Uniform in der Dienststelle erscheinen.
Eine letzte Übergabe.
Ein letztes gemeinsames Frühstück mit Kollegen.

Mir war den ganzen Tag lang mulmig.
Es war so ein seltsames Gefühl.

Wie mein Lebenstraum wahr wurde

Ich begann meinen Schrank auszuräumen, meine Waffe zu putzen und abzugeben und alles fühlte sich so unwirklich an.

Gegen Mittag war die nächste Übergabe und dadurch war ein Großteil der Kollegen da.
Sie versammelten sich im Aufenthaltsbereich und als ich spürte, was vor sich ging, wurde mir ganz anders.
Es gab eine kleine Ansprache von der ich nichts mehr weiß, weil ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten konnte.
Alle Anspannung löste sich.
Dazu kam die Angst vor dem Ungewissen und ob es der richtige Schritt sein würde.

Ich konnte mich nicht mehr halten.
Die Kollegen überreichten mir einen Präsentkorb mit Überlebensproviant für die ersten Monate und ein selbstgemachtes Buch mit Erinnerungen an unsere besondere Kundschaft oder Situationen aus unserem alltäglichen Polizeidienst.
Ich kann meine Gefühle von damals nicht beschreiben.
Wenn ich jetzt darüber nachdenke, kommen mir wieder die Tränen.

Es war sehr emotional und ein großer Schritt für mich.
So vieles ging mir durch den Kopf und ich war überfordert.

Ich fuhr noch eine letzte Runde Streife, machte noch einen letzten Funkspruch.

Ich weiß nicht mehr, wie es war als ich die Dienststelle verlassen habe.
So vieles hatte ich hier erlebt.
Viele Kollegen waren mir ans Herz gewachsen und jetzt gab es kein Zurück mehr.

Dieser Schritt war mir alles andere als leicht gefallen.
Ich musste mich richtig überwinden.
Kämpfen – für das was ich möchte.
Aber ich hatte einen Traum von etwas, was mich glücklicher macht.
Und diesem wollte ich folgen.
Wir bereuen doch immer nur die Dinge, die wir nicht tun, oder?